Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Ich habe es Dir verſprochen, ſogar geſchworen; ich ſchwöre es Dir von neuem.

Felippe, ſagte Ottavio in ſeinem Schlaf mit einer herzzerreißenden, von Schluchzen unterbroche⸗ nen Stimme: was habe ich Dir gethan, daß Du mich haſſeſt? Ich liebe Dich ſo zärtlich und Du liebteſt mich früher ſo ſehr; ach ich kann nicht län⸗ ger an Deiner Abneigung zweifeln; ſie iſt mein Unglück, das Unglück meines Vaters, das Unglück meiner Mutter. Das kann nicht fortdauern; meine Gegenwart iſt Dir verhaßt geworden, mein Herz blutet jeden Augenblick ob Deiner Härte; es iſt zu viel, ich leide allzu ſehr.

Felippe unterbricht ſeine Erzählung von Neuem, und da die Aufregung ihn zu überwältigen ſcheint, wirft er ſich dem Herzog an den Hals, neigt ſein Geſicht an die Schulter ſeines Vaters und murmelt:

Verzeihen Sie, mein Vater! oh verzeihen Sie die grauſamen Bekümmerniſſe, die ich dieſem armen Ottavio bereitet habe!

Der Herzog della Sorga, der von Felippe's Er⸗ zählung ſelbſt ſehr bewegt und von ſeiner Reue innig gerührt iſt, antwortet, indem er ihn an ſeine Bruſt drückt:

Ach, jetzt zweifle ich nicht mehr an der Rück⸗ kehr Deiner Zärtlichkeit gegen Deinen Bruder.

Weh mir! es iſt zu ſpät! murmelt Felippe in herzzerreißendem Ton.Es iſt zu ſpät! Sie wiſſen nicht wie Ottavio's letzte Worte gelautet haben.

Und fortwährend über die Schulter ſeines Va⸗ ters geneigt, fügt er mit leiſer bebender Stimme hinzu: