Gott ſei geprieſen! Dieſe zwei Worte, die Du da ausgeſprochen haſt, dieſe Worte armerOttavio, ſind allein ſchon eine Enthüllung, die mein Vater⸗ herz mit Freude erfüllt. Ach, ich zweifle nicht mehr daran, Du liebſt Deinen Bruder wie Du ihn früher liebteſt.“
„Ja, und eben darum muß ich mich entfernen,“ antwortet Felippe, der zu ſeinem erſten Entſchluß zurückzukehren ſcheint; dann fügt er feſt und ent⸗ ſchieden hinzu:
„Ich muß abreiſen; ich habe mir allzu viele Vorwürfe zu machen. Wie würde es gehen, wenn ein unerſetzliches Unglück. . .“
Aber Felippe ſcheint dieſe letzten Worte zu be⸗ reuen, wie wenn ſie ihm unwillkürlich entfahren wären; er unterbricht ſich raſch und ſagt zu dem Herzog:
„Ich wiederhole Ihnen, mein Vater, ich muß mich entfernen, es muß ſein.“
„Nein, Du wirſt nicht gehen. Aber was ſagteſt Du ſo eben von einem unerſetzlichen Unglück, das Deine Anweſenheit hier verurſachen könnte?“
„Ich glaube Das nicht geſagt zu haben, mein Vater.“
„Du haſt es geſagt.“
„Dieſe Worte werden mir entfahren ſein; ſie haben keinen Sinn . ..“
„Das iſt unmöglich.“
„Ich verſichere Sie, mein Vater.“
„Ich gebe zu, mein Lieber, daß dieſe Worte Dir entfahren ſind; aber daß ſie keinen Sinn ha⸗ ben, iſt unmöglich, das wiederhole ich Dir.“


