Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

rung, mochte er nun erheuchelt oder wirklich ſein, das finſtere Geſicht ſeines Sohnes erhellen ſah, fuhr alſo fort: *

Felippe, Du biſt bewegt. Du fühlſt endlich wie theuer Du mir biſt, armes unglückliches Kind!

Laſſen Sie mich! ſagt Felippe, der immer gerührter erſcheint und eine leichte Anſtrengung macht, um ſich aus der väterlichen Umarmung los⸗ zuringen;laſſen Sie mich! Ich bin hier der Ruhe⸗ ſtörer; es iſt meine Pflicht mich zu entfernen.

Dich zu entfernen! Oh ich frage Dich, wie Du dieß jetzt noch wagen kannſt. Du ſiehſt endlich den ſchrecklichen Kummer ein, worein Deine Abreiſe uns verſetzen würde; Du wirſt bei uns bleiben und.

Nein, nein! keine Schwäche! ſagt Felippe, wie wenn er gegen ſeinen eigenen Wunſch ankämpfte. Ich kenne meine Fehler: mein Charakter iſt ge⸗ häſſig, unverbeſſerlich geworden; ich ſchäme mich ſeiner. Es iſt meine Pflicht abzureiſen, fügt er im Tone bittern Selbſtvorwurfs hinzu.Ich habe zu ſpät, allzu ſpät erfahren, welches Unglück ich angerichtet habe! .. Armer Ottavio! ... Leben Sie wohl, Vater; tadeln Sie mich, aber beklagen Sie mich auch; ich verdiene Ihr Mitleid.

Liebes Kind! ruft der Herzog ſtrahlend vor Freude, indem er ſeinen Sohn bei der Hand zu⸗ rückhhält;Du haſt geſagt: armer Ottavio! und Du haſt Das in einem Tone geſagt, der mir zu Herzen gegangen iſt: er hat mich an jene glück⸗ liche Zeit erinnert, wo Du Deinen Bruder liebteſt.

Sue, Geheimniſſe d. Kopfkiſſens. II. 2