Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ken. Felippe, ich beſchwöre Dich, ich flehe Dich an, werde wieder vernünftig.

Damit ſchließt er ihn in ſeine Arme und fährt dann voll Zärtlichkeit fort:

Mein Kind, laß Dich nicht durch die Viſionen Deines geſtörten Hirnes täuſchen; öffne Deine Au⸗ gen, ſieh wie innig Jedermann hier Dich liebt, und Dein Bruder am allermeiſten; Dein Bruder, wel⸗ chem Du, wie ich und Bartolomeo ſo eben noch zu einander ſagten, früher mit einer Art von Anbetung anhingeſt. Mein Gott, woher kommt denn dieſe unerklärliche Veränderung, die uns Alle unglücklich macht?

Er fragt es mich, er! er, deſſen Beiſpiel meine Bruderliebe in Eiferſucht, Neid und Haß umgewan⸗ delt hat! Er fragt es mich! denkt Felippe, wäh⸗ ſin ſein Vater mit verdoppelter Zärtlichkeit fort⸗ ährt:

Wir waren früher alle ſo glücklich! wir lebten ſo einig! Selbſt auf Deine Geſundheit, obſchon ſie immer ſchwach war, wirkte die Ruhe Deines Gei⸗ ſtes wohlthätig ein; Du empfandeſt dieſe phyſiſchen Schmerzen nicht, welche Dich jetzt verdrießlich, mür⸗ riſch, zornſüchtig machen. Und ohne von der Be⸗ trübniß zu ſprechen, worein dieſer unſinnige Plan mich verſetzt, wie konnteſt Du daran denken uns zu veriaſſen, während Du doch ſo ſchwächlich, ſo kränk⸗ lich biſt? Großer Gott, wie kannſt Du Dich von uns entfernen, während Du mehr als je unſerer Pflege bedarfſt! Sieh, ſchon dieſer Gedanke allein macht mich beben.

Der Herzog, der jetzt einen Strahl von Rüh⸗