Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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der Verwandlung ſeines Charakters; iſt ſie Dir nicht auch ſehr aufgefallen?

Ja, die Sache iſt kaum glaublich, gnädigſter Herr, wenn man den Felippe von heute mit dem Felippe von ehemals vergleicht; früher war er ein Muſter von Sanftmuth und Freundlichkeit; der arme Junge gab ſich wahrhaft Mühe Jedermann u gefallen. Wie oft hat er nicht zu mir geſagt:

iehſt Du, Bartolomeo, ich bin häßlich, mißgeſtal⸗ tet; das erſte Gefühl, das ich einflöße, iſt eine Art von Widerwillen; ich muß daher beſſer und freund⸗ licher ſein als jeder Andere, um die Vorurtheile zu überwinden, welche der Anblick meiner traurigen Perſon ſogleich zur Folge hat. Und in der That, gnädigſter Herr, erinnern Sie ſich gewiß an die liebenswürdige und verbindliche Art, wie das arme Kind Jedermann entgegenkam; man liebte es zuletzt eben ſo ſehr als ſeinen Bruder, deſſen Perſönlich⸗ keit ſogleich beſtach.

Ach Bartolomeo, dieſe Erinnerungen ſind zu⸗ gleich meine Freude und meine Qual! meine Freude, wenn ich an die Vergangenheit denke; meine Qual, wenn ich die Gegenwart ins Auge faſſe. Ich ſehe, wie dieſer unglückliche Junge von Tag zu Tag bit⸗ terer, grämlicher, feindſeliger und leidenſchaftlicher wird, während er doch früher ſo liebevoll und un⸗ terwürfig geweſen, ſo daß er uns Allen unſere Wünſche an den Augen abzuſehen ſuchte und mit einem ſchwermüthigen rührenden Lächeln zu uns

ſagte: Ich muß wohl darauf bedacht ſein, daß man

mir meine Häßlichkeit und Mißgeſtaltheit verzeiht.