Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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manchmal geweſen biſt, als ich die Entfremdung, ach ich möchte nicht ſagen den Haß Felippe's gegen Ottavio zum Vorſchein kommen und mit jedem Tag zunehmen ſah. Du weißt es, ich liebe ſie Beide gleich innig, und wenn ich unwillkürlich gegen den Einen von ihnen einige Vorliebe zeige, ſo iſt es Felippe: ſeine Kränklichkeit, ſein Charakter, der ſchweigſam und mürriſch geworden iſt, was ſoll ich ſagen? ſelbſt die Mißgeſtalt, womit er heimgeſucht iſt, erklären und rechtfertigen dieſe Vorliebe, die mehr ſcheinbar als wirklich iſt. Und gleichwohl wird Felippe's Erbitterung gegen ſeinen Bruder immer heftiger; auch läßt ſie ſich um ſo weniger erklären, als Felippe ihn früher zärtlich liebte.

Es war mehr als Anhänglichkeit, gnädigſter Herr, es war eine Art von Anbetung. Wie oft hat nicht, wenn ich mit den beiden Kindern aus⸗ ging, Felippe zu mir geſagt:Bartolomeo, haſt Du dieſen Vorübergehenden bemerkt? Er iſt voll Bewunderung für die Schönheit meines Bruders ſtehen geblieben, und das macht mich ganz ſtolz, denn Ottavio iſt meine Eigenliebe und mein Stolz, da ich armer kleiner Buckeliger keinen andern haben kann; ich erfreue mich alſo an der Schönheit mei⸗ nes Bruders und ſchätze ſie mir zu meiner eigenen Ehre.

Solche rührende Aeußerungen, antwortet der Herzog della Sorga,ſo wie eine Menge von That⸗ ſachen, die mir noch gegenwärtig ſind und Felippe's Zärtlichkeit gegen ſeinen Bruder bewieſen, machen mir die Aenderung, die ich an ihm bemerke, ganz unerklärlich. Ebenſo verhält es ſich leider auch mit

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