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er riß mir die Platte, auf welcher ich das Glas Limonade trug, aus den Händen und warf Alles wüthend auf den Boden; zugleich bedeutete er ſei⸗ nem Bruder, der ihn zu beſchwichtigen verſuchte, er ſolle auf ſein eigenes Zimmer zurückgehen, und mir, ich ſolle mich entfernen, was wir auch Beide thaten.“
„Bartolomeo,“ ſagte der Herzog in ſchmerzlichem Ton, „Du haſt mich ſeit dreißig Jahren nicht ver⸗ laſſen; Du haſt ſo zu ſagen meine Söhne erzogen; Du weißt, ob ich ſie liebe!“
„Sie üeben Ihre Söhne eben ſo ſehr, wo nicht noch mehr, als die Frau Herzogin, ihre verehrungs⸗ würdige Mutter, ſie liebt,“ antwortet der Haushof⸗ meiſter in aller Aufrichtigkeit, worauf ſein Herr nicht minder aufrichtig verſetzt:
„Ja, ich liebe ſie eben ſo ſehr als ich ihre Mutter hochſchätz und verehre. Und warum muß ihr kaltes Temperament, ihre vielleicht übertriebene Frömmigkeit eine Eismauer zwiſchen Beatrice und mir aufgeführt haben! Ich würde in meiner Ju⸗ gend meine Frau als die theuerſte Geliebte ange⸗ betet haben; aber während mir Beweiſe einer ernſten Zuneigung gab, hat Beatrice mir immer durch die herbe Strenge ihres Charakters imponirt und die Zärtlichkeit ihrer Seele für ihre Kinder vorbehalten. 4
„Die Frau Herzogin iſt eine Heilige, gnädigſter Herr, eine Heilige!“
„Ich hatte alſo auf meine Söhne, die ich wenig⸗
ſtens ohne Zwang lieben konnte, einen Theil dieſes
allzu leidenſchaftlichen Gefühls übertragen; denk Dir daher meinen Kummer, deſſen Vertrauter Du ſo


