Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Kampf, ohne Gewiſſensbiſſe nachgegeben, und viel⸗ leicht wird ſie inne halten auf dem Weg, der ſie ins Verderben führt; aber die Herzogin della Sorga verbindet mit der gründlichen Schlechtigkeit ihrer Sitten Heuchelei, Liſt und Verwegenheit.

Dieſe geſtrenge Frau, für welche die Flücht⸗ linge heute Abend die Segnungen des Himmels er⸗ flehten, ruft Sylvia die Hände ringend;ſie, die ſich in ihrer unerbittlichen Strenge darüber empörte, daß in unſern Lager eine verbrecheriſche Gattin nicht mit dem Tod beſtraft werde! .. Nein, nie werde ich glauben . . .

Die Herzogin della Sorga iſt ein Ungeheuer von Schlechtigkeit, ſage ich Dir, meine arme Syl⸗ via. Sie iſt übrigens die würdige Gefährtin des Herzogs della Sorga.

Und als Antwort auf den angſtvollen Blick Syl⸗ via's, die bei dieſer Anſpielung auf den Herzog ihren Ohren nicht zu glauben ſcheint, fährt Wol⸗ frang fort:

Verräther an ſeiner Sache, Denunciant einer Verſchwörung, die er ſelbſt angezettelt, hat der Herzog della Sorga keinen Anſtand genommen ſeinen ältern Bruder ins Verderben zu ſtürzen, um den Titel und die Güter deſſelben zu erben.

Bei dieſer letzten Mittheilung kann Sylvia einen Schrei herzzerreißenden Schmerzes nicht zurückhal⸗ ten; in einem mechaniſchen Drang umſchlingt ſie beinahe ſinnlos Wolfrang mit ihren Armen und verbirgt ihren Kopf am Buſen des jungen Mannes, wie wenn ſie da ſo zu ſagen eine Zuflucht gegen dieſe ſchauerlichen Entdeckungen ſuchte. Sie erblaßt