Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Herr von Francheville! wiederholt die junge Frau, dermaßen betäubt durch all dieſe Enthüllun⸗ gen, daß ſie vor Ueberraſchung und peinlicher Neu⸗ gierde den ſchmerzlichen Unmuth über dieſe vielen Täuſchungen vergißt;Herr von Francheville, fügt ſie mit dem größten Staunen hinzu,ſoll ein feiler Heuchler ſein!?

Ja und gleichwohl iſt er noch unendlich beſſer, als ein anderer Heuchler, ein abſcheulicher Böſe⸗ wicht, der das Schaffot verdient.

Das Schaffot! Großer Gott, von wem ſprichſt Du, Wolfrang?

Von Herrn von Saint⸗Proſper.

Sylvia betrachtet Wolfrang einen Augenblick, ohne ein Wort zu finden, denn ſie weiß nicht, ob ſie träumt oder wacht. Sie erinnert ſich an die ſcheinheilige, ſanfte Phyſiognomie und die ſalbungs⸗ vollen Worte des Stifters der Alimentation für die erſte Jugend; die Anklage, welche Wolfrang gegen dieſen angeblichen St. Vincenz von Paula erhebt, erfüllt die junge Frau mit Schrecken und Entſetzen. Sie ſitzt wie vernichtet da, und der phyſiſche Schmerz, welchen ihr der Unmuth über das morgliſche Böſe

bereitet, ſtellt ſich mit neuer Heftigkeit ein.

Wolfrang beeilt ſich dieſe, für das feine gefühl

ſeiner Genoſſin ſo peinlichen, Fröffnungen zu voll⸗ enden und antwortet mit verdoppelter Zärtlichkeit

Muth, Sylvia, Du näherſt Dich dem Ende die⸗ ſer Enthüllungen, aber die letzten ſind vielleicht noch die allerabſcheulichſten . Madame Lambert, die ſich einen Augenblick verirrt hat, beſitzt wenigſtens das Bewußtſein ihres Fehltritts; ſie hat nicht ohne