Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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behalten, die heute Abend bei uns verſammelt wa⸗ ren. Vor allen Dingen, Sylvia, mußt Du die Wirklichkeiten kennen lernen, die unter falſchen Hül⸗ len verdeckt bleiben. Auf dieſe Art werden die Ver⸗ achtung und Abneigung, welche Dubousquet und Antonine Jourdan in Folge der gegen ſie erhobe⸗

ne Anklagen Dir einflößten, der Bewunderung Platz

me hen, während Deine Sympathie, Theilnahme ode Bewunderung für andere Perſonen, die heute Aber hier waren, ſich in Eckel, Verachtung, Wi⸗ derwillen, Abſcheu verwandeln werden, meine arme Sylvia.

Was willſt Du mir mittheilen? Ich zittere.

Was denkſt Du von Madame Lambert?

Sie iſt eine rechtſchaffene junge Frau; Güte und Treuherzigkeit ſind ihr ins Geſicht geſchrieben; ſie hat mir mit einer rührenden Dankbarkeit von ihrem Manne erzählt.

Madame Lambert, die übrigens mehr irrege⸗ führt als verdorben iſt, hat heute Abend dem Drän⸗ gen des Herrn von Luxeuil nachgegeben und ihm ein Rendezvous zugeſagt.

Sie! Sie ſollte dieſen ſo zart fühlenden und edelmüthigen Mann verrathen? Sie ſollte ihn die⸗ ſem unverſchämten und einfältigen Gecken aufopfern! Dieſe Frau, deren naive Schüchternheit und Sanft⸗ muth mich bezaubert hatten! Mein Gott! fügt ſie mit einem ſchmerzlichen Beben hinzu,wem kann man nach einer ſolchen Täuſchung noch trauen? Was kann man noch glauben?

Du darfſt an den hochſinnigen Charakter des Herrn Lambert' und an den Adel ſeines Herzens