Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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umarmen, während ſie mit einer durch Thränen der Rührung und Bewunderung halberſtickten Stimme murmelte:

Oh Madame, Dank! Dank aus tiefſtem Her⸗ zen! Das iſt erhaben! Ich verdanke Ihnen einen der glücklichſten Augenblicke meines Künſtlerlebens.

Sylvia, die ſich an der Sympathie der jungen Künſtlerin noch mehr erfreut als an ihrer Bewun⸗ derung, antwortet ihr mit einer bezaubernden Herz⸗ lichkeit. Wolfrang, welcher ſeiner Gefährtin und ſich ſelbſt die unvermeidlichen Complimente zu er⸗ ſparen wünſcht, die er fürchtet, ſagt heiter zu der Sängerin, indem er ihr ſeinen Platz am Piano abtritt:

Schnell, ſchnell, ſetzen Sie ſich hieher, Fräu⸗ lein Antonine; Sie haben Zuhörer, die vollkommen vorbereitet ſind Sie zu hören und zu applaudiren, laſſen Sie ihre gute Stimmung nicht kalt werden, wie man im gemeinen Leben ſagt.

Ach, ich fürchte nicht, daß die Aufregung der Zuhörer, ſondern daß meine eigene erkalte, ant⸗ wortet Antonine mit noch thränenfeuchten Augen, und indem ſie ſich ans Piano ſetzt, fügt ſie mit graziöſer Unbefangenheit hinzu:Ja, unter dem wonnevollen Eindruck, worunter ich mich befinde, glaube ich, daß ich noch nie beſſer geſungen haben werde, als heute Abend.

Von einer gewiſſen fieberhaften Begeiſterung er⸗ griffen, welche die Künſtler begreifen werden, prä⸗ ludirte Antonine zu ihrem Geſang inmitten eines tiefen Schweigens, als auf einmal im anſtoßenden Salon ein gewiſſer Tumult ſich erhebt und man bald Tranquillin flehend rufen hört: