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Herr von Lureuil allein zeigte ſich widerſpenſtig gegen den Einfluß der Geſänge Wolfrang's und Sylvia's, weil er, ſeit langer Zeit blaſirt, in ſeinen Erfolgen einzig und allein eine plumpe Befriedi⸗ gung ſah, die ſeiner unglaublichen Eeckenhaftigkeit gewährt wurde. Er wünſchte nicht die Liebe, ſon⸗ dern die Schande der Frau als eine unläugbare Huldigung, welche der Verführungsmacht darge⸗ bracht würde, die er auszuüben behauptete.
Antonine Jourdan endlich befand ſich ſtärker, als alle Anderen, unter dem Zauber der Töne Syl⸗ vias und Wolfrangs, nicht blos, weil ſie als ge⸗ übte Sängerin ſämmtliche Schattirungen ihres be⸗ wundernswürdigen Talents am beſten zu würdigen wußte, ſondern weil ſie ehrlich und muthvoll den jungen Krieger liebte, deſſen Bild ſie über ihrem Piano aufgehängt hatte; ein zartſinniger und rüh⸗ render Gedanke; dieſes geliebte Bild, der Gefährte der Einſamkeit der jungen Künſtlerin, ſchien ihren Studien und Arbeiten zuzulächeln, mittelſt deren ſie die beſcheidene Mitgift ſammelte, welche ſie bei ihrer bevorſtehenden Vermählung ihrem Bräutigam zuzubringen hoffte.
Antonine Jourdan war durch Wolfrangs und Sylvias Geſänge wo möglich noch mehr bewegt als enthuſiasmirt, und vermochte ihre Thränen nicht zurückzuhalten. Als am Schluß des Euxyanthe⸗ Duetts das Bravogeſchrei im Salon wiederhallte, da trat ſie raſch auf Sylvia zu, und im Drang ei⸗ ner eben ſo graziöſen als aufrichtigen Herzenser⸗ gießung konnte ſie es ſich nicht verſagen ſich der jungen Dame an den Hals zu werfen und ſie zu


