Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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betete Sylvia an und er imponirte der Herzogin dermaßen, daß ſie kaum ihren Blick zu ihm aufzu⸗ ſchlagen wagte, weil ihr Inſtinct ihr ſagte, daß die feinſten Verführungskünſte an ſeiner Verachtung ſcheitern würden. Ueberdieß erreichte ſie bald ihr vierzigſtes Jahr und ſie knirſchte vor Wuth, wenn ſie die ideale Jugendſchönheit Sylvia's betrachtete. Ha wahrhaftig, wäre in dieſem Augenblick die Vergangenheit die Gegenwart geweſen, wäre Bea⸗ trice della Sorga eine jener Patrizierinnen des alten Roms geweſen, welche Petronius mit einem glühen⸗ den Vers wie mit einem glühenden Eiſen brand⸗ markt, ſie hätte ihren Sclaven befohlen Sylvia und Wolfrang zu greifen, und wenn letzterer die Liebe dieſer abſcheulichen Creatur verſchmäht hätte, ſo hätte ſie ihn nebſt Sylvia unter ihren Augen in den raffinirteſten, grauſamſten Martern ſterben laſſen. Hlücklicher Weiſe iſt Paris im neunzehnten Jahr⸗ hundert nicht das alte Rom, und Beatrice della Sorga überſtand Qualen, wie noch nie in ihrem Leben; ſie ſondirte angſtvoll den bodenloſen Abgrund der Zukunft und verſenkte ſich ſo tief hinein, daß ſie in dieſem Augenblick ſogar die freché Zuſammenkunft vergaß, welche ſie für den folgenden Tag Herrn von Luxeuil im Park von Monceaux zugeſagt hatte. Was die Andern betraf, ſo war der Herzog della Sorga ſeit langer Zeit für die Liebe abgeſtorben; Ottavio liebte bis jetzt nur ſeine Mutter, und die Zuneigung und Hochachtung, welche Herr und Ma⸗ dame Borel einander ſeit ihrer mehr als dreißig⸗ jährigen Ehe widmeten, hatten nichts Leidenſchaft⸗

liches,