Teil eines Werkes 
5. Band (1856)
Entstehung
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ſind blaß. Ihre Augen ſind von kaum vergoſſenen Thränen geröthet.

„Du fürchteteſt alſo nichts, als Du ſie am Sonn⸗ tag in der Nähe der Sennhütte begegnet?“ fragte Joſette ihre Mutter. „Weder das Eine, noch das Andere hatte das Ausſehen von Verzweifelten?“

„Nein . . ſie ſchienen uns ganz vergnügt und guter Dinge, Sie ſagten uns, daß ſie in unſere Berge zurückkämen, um ſie nie wieder zu verlaſſen.“

„Ach! ſie haben nicht gelogen . . Jeſus, mein Gott!“ ſagte Joſette. Und ihre Thränen fließen von Neuem. „Sie haben nicht gelogen! die armen jun— gen Leute . . . und wenn ich bedenke, daß es ſechs Jahre her ſind . . . daß ſie nach Paris gingen . . . ſo ſchön . .. ſo verliebt in einander! Ach! ver⸗ wünſchte Prophezeiung. . . verwünſchte Prophezeiung . Du täuſcheſt mich nicht . . .“

„Wir ahnten das Unglück, als wir, nach der Meſſe zur Sennhütte zurückkehrend, auf dem Weg zum Morillon die Gendarmen begegneten, welche Maurice verfolgten.“

„Wie wußten ſie, daß ſie nach den Waiden des Treſerve hinaufgeſtiegen waren?“

„Leute vom Morillon, welche vor Tag in den Ställen beſchäftigt waren, ſahen Herrn Maurice und Mademviſelle Jeane in die Kapelle der Farm treten und dann den Weg nach der Sennhütte ein⸗ ſchlagen.“

„Die Gendarmen ſtiegen alſo bis hier herauf, Mutter?“

„Ja, ſie wußten von uns, daß wir zwei Stun⸗ den früher den jungen Herrn und die junge Dame