das Rollen eines Wagens hörte, der vor der Haus⸗ thüre hielt, fügte Richard, den Blick auf die Uhr heftend, welche acht ein halb zeigte, hinzu:
„Das muß Jeane ſein . . gewiß, mein Herz iſt ruhig . .. Indeß bin ich doch neugierig, welchen Eindruck Dona Juana nach einer Trennung von beinahe drei Jahren auf mich machen wird.“
Herr dOtremont täuſchte ſich nicht in ſeiner Ver⸗ muthung, denn wenige Augenblicke ſpäter öffnet ſein Kammerdiener, wie er mit eben ſo viel Tact als gutem Ton befohlen, um jeden Gedanken an ein Ge⸗ heimniß oder ein Liebes⸗Rendezvous bei ſeinen Leu⸗ ten zu verſcheuchen, ceremoniös die beiden Flügel der Salonthüre und meldet mit lauter Stimme:
„Madame San Privato!“
VII.
Jeane nahm, nachdem ſie in den Salon getreten, ihren Hut und einen gefütterten Pelz ab, in den ſie gehüllt war. Richard iſt im erſten Augenblick ge⸗ blendet.. Die junge Frau erſcheint ihm noch ſchöner geworden.
Dona Juana hatte ſo eben ihr dreiundzwanzig⸗ ſtes Jahr angetreten; ihre Schönheit ſtand wirklich in ihrem vollen Glanze. Sie trug eine geſchloſſene ſchwarze Sammtrobe, deren Schnitt die Vollkommen⸗ heit ihres Oberleibs und die Ueppigkeit ihrer ſchönen Taille ins volle Licht ſetzte; die Scheitel ihrer pracht⸗ vollen blonden Haare, um die ſich eine dicke Flechte ſchlingt, krönten ihre Elfenbeinſtirne; ihr durch die


