Teil eines Werkes 
5. Band (1856)
Entstehung
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Eine aufrichtige Freundſchaft hat meine tolle Leiden⸗ ſchaft für Dona Juana überlebt. Ich habe ihren Leichtſinn getadelt, beklagt: er hat ſie zuletzt auf die Proſcriptionsliſte der Geſellſchaft geſetzt. Konnte ich mir verhehlen, daß ſie namentlich durch ihren Haß gegen die Lüge und Heuchelei ſich zu Grunde richte! Ja, ſie wäre noch eine der Königinnen dieſer vor⸗ nehmen Welt, aus der ſie verbannt worden, wenn ſie ſich hätte herbei laſſen wollen, zu lügen, zu heu⸗ cheln, mit einem Worte die Maske ſcheinbarer Zu⸗ rückhaltung anzulegen, mit der ſo viele Frauen, welche einen beinahe ebenſo leichtſinnigen Lebenswandel als ſie führen, dieſer Welt zu imponiren wiſſen, ſich weit weniger um die guten Sitten, als um den ſcheinbaren Reſpect vor der Wohlanſtändigkeit küm⸗ mert So hatte die Herzogin von Hauterive, welche ſich ſeit fünfzehn Jahren damit begnügt, ihre zahlreichen Liebſchaften unter dem Schein eines Ri⸗ gorismus zu verſchleiern, von dem ſich Niemand dupiren läßt, die grauſame Unverſchämtheit, im offe⸗ nen Salon Madame San Privato zu beleidigen. Sie gab auf dieſe Weiſe das Signal zu den ſchimpf⸗ lichen Verdammungsurtheilen, mit denen Dona Juana ſeit jener Zeit verfolgt wurde; ich übernahm dreiſt die Vertheidigung gegenüber dieſer ebenſo verdorbe⸗ nen, als heuchleriſchen Herzogin; ich verlangte von dem Herzog Genugthuung wegen dieſer Impertinenz ſeiner Frau, und Jeane wußte mir um ſo mehr Dank für dieſen Beweis meiner Anhänglichkeit, als er ja durchaus uneigennützig war . ..5

Als er in dieſem Augenblicke das Ohr nach den Fenſtern, die auf die Straße gingen, hinbeugte, und

Sue, die Familienſöhne v. . 4