38
den Brief, den er ſoeben von Frau von Hansfeld erhalten und nähert ſich dem Fenſter, wo er auf⸗ merkſam die beiden Handſchriften vergleicht.
Maurice kann ſich über die ſo deutlich an den Tag gelegten Zweifel des Notars nicht täuſchen. Er wird leichenblaß. Ein Zornesblitz leuchtet aus ſei⸗ nen Augen; aber ſich beherrſchend ſagt er mit ruhi⸗ ger Stimme:
„Nun, mein lieber Herr Thibaut, haben Sie bald dies Billet von zehn Zeilen zu Ende geleſen . Antoinette erwartet das Geld, das ſie von Ihnen verlangt.“
„Es iſt genau dieſelbe Handſchrift,“ ſagte der Notar bei ſich. „Dieſer letztere Brief iſt entſchieden von der Hand der Frau von Hansfeld . . .“
W
Die Wichtigkeit der Lage verdoppelt den Scharf⸗ blick von Maurice, und er erkennt aus einigen kaum bemerkbaren Nuancen der Phyſiognomie des Notars, daß ſein letzter Zweifel verſchwunden iſt; denn der Notar kehrt an ſeinen Schreibtiſch zurück, ſetzt ſich davor und ſagt bei ſich:
„Im Ganzen genommen iſt es vielleicht ein theil⸗ weiſer Erſatz, den die Baronin dieſem Menſchen ge⸗ ben will, in welchen ſie ſich ernſtlich verliebte, nach⸗ dem ſie ihn unwürdig dupirte! . . . Was iſt dabei Erſtaunliches? die Frauen haben gar wunderliche Launen.“
Und indem er ein Blatt Papier nahm, fügte


