nigſtens den Schein, als ob ſie ſie glaubte. Richt als ob ich die ſcandalöſen Abenteuer von Madame San Pri⸗ vato leugnen wollte; ſie ſind nur zu wahr . . und zu bekannt! aber welche Stürme von erbitterten Feind⸗ ſeligkeiten, häßlichen oder thörichten Verleumdungen hat die junge Frau gegen ſich, bald durch ihre Keck⸗ heit, bald durch ihre Verachtung hervorgerufen; hat man nicht ſogar die Infamie gehabt, zu behaupten, ſie verkaufe ſich . . . ſie . . . die trotz ihrer ſittlichen Zerrüttung, das Zartgefühl, der Stolz ſelbſt war.“ „Ach, mein lieber Client, welches Vergnügen bereiten Sie mir, indem Sie ſo ſprechen: denn in dieſer Beziehung wenigſtens iſt Madame San Pri⸗ vato tadellos, das weiß Niemand beſſer, als ich, ihr Notar; ich habe Ihnen bereits geſagt, ihr Vermögen betrug dreißig tauſend und einige hundert Franken Nämlich vor fünf Jahren . . . Seit ihrer Ver⸗ heirathung hat ſie jedes Jahr fünf tauſend Franken auf ihr Kapital erhoben, keinen Liard weiter . . . und mit dieſer Summe reichte ſie für ihre Toilette, für alle perſönlichen Bedürfniſſe . denn ihr Zart⸗ gefühl iſt ſo groß, daß ſie vor ihrer Trennung von Herrn San Privato hundertmal zu mir ſagte: ſie halte viel darauf, ihren Mann nicht einen Centime zu koſten. Sie bezahlte ihm zweihundert Franken monatlich für Logis und Koſt; was ihr übrig blieb, verwandte ſie auf ihre andern Bedürfniſſe; endlich beſtritt ſie ſeit ihrer Trennung mit ihren fünftauſend Franken jährlich alles, was ſie brauchte; fünfzehn⸗ hundert Franken verwendete ſie auf die Möblirung ihrer kleinen Wohnung. Sie war ein Wunder von Ordnung, Hekonomie und eleganter Einfachheit. . .“
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