289
heit und dem Laſter dankt; denn er iſt auf dieſe Weiſe viel glücklicher, als viele ehrbare Leute, welche nach einem mühevollen Leben in Entbehrun⸗ gen ſchmachten; aber mein väterliches Mitleid will Ihnen dieſe letzte Strafe für Ihre Ausſchweifungen erſparen.“
„Mein Vater . . . Sie enterben mich . . . meinet⸗ wegen!“ antwortete Maurice in alterirtem Tone. „Iſt es mir indeß erlaubt, Sie darauf aufmerkſam zu machen, daß, abgeſehen von dem Unrecht, deſſen Schwere ich nicht leugne, Sie auch noch die Fehler ſtrafen, deren Sie mich in Zukunft für fähig zu hal⸗ ten belieben?“
„Mein Herr, entweder oder: entweder Sie legen Ihr Vermögen auf eine kluge Weiſe an, und ge⸗ nießen Ihre fünfundzwanzigtauſend Livres Renten in vollſtändiger Muße, oder Sie haben in wenigen Jah⸗ ren dieſe Erbſchaft vergeudet. Im erſten Falle wer⸗ den Ihre Revenüen mehr als genügen, ſich alle Freu⸗ den zu verſchaffen, die der Menſch vernünftiger Weiſe wünſchen kann, und meine Erbſchaft würde Ihren Ueberfluß nur um einen ſehr unnützen Ueberfluß ver⸗ mehren; im andern Falle jedoch, und dieſer iſt un⸗ vermeidlich, erfülle ich eine heilige Pflicht, indem ich zur Verbeſſerung des Schickſals meiner Mitmenſchen ein Vermögen verwende, das in dem Schlunde Ihrer ebenſo tadelnswerthen als „unfruchtbaren Verſchwen⸗ dung untergegangen wäre.“
„Aber, mein Vater.
„ch habe meinen Wien ausgeſprochen, mein Herr . . . und damit genug,“ verſetzte Herr Dumi⸗ rail mit dem Tone unbeugſamer Autorität.
Sue, die Familienſöhne. Iv. 19


