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„Mein Herr,“ verſetzte er in einem kurzen und ſchneidenden Tone, „ich wollte Sie auf die Probe ſtellen .. Ich habe Sie getäuſcht . . . Die Erb⸗ ſchaft Ihrer Mutter gehört Ihnen.“
„Großer Gott!“ ruft Maurice, aus deſſen Zügen ſich unwillkürlich Staunen uud Befriedigung aus⸗ drücken.
„Ihre Erbſchaft beträgt ungefähr fünfmalhundert
zwanzigtauſend Franken,“ fuhr Herr Dumirail theil⸗
nahmlos fort.
„Man wird Ihnen, davon dürfen Sie überzeugt ſein, pünktliche Rechnung ſtellen.“
„Ach! mein guter Vater, kann je unter uns von Rechnung die Frage ſein,“ ruft der junge Mann ungeſtüm, da die Rührung und das lebhaftere Gefühl des Vertrauens durch den glücklichen und unerwarte⸗ ten Umſchwung, der ihn zum mütterlichen Erben machte, ſich ſeiner bemeiſterte; in ſeiner Freude wollte Maurice deßhalb ſeinem Vater ſeine Dankbar⸗ keit beweiſen, indem er ſich an ſeinen Hals warf; Herr Dumirail jedoch ſtieß ſeinen Sohn mit einer Geberde des Abſcheues und Widerwillens zurück und antwortete kalt:
„Ich ſagte es Ihnen, mein Herr, um Sie zu prüfen; ich wollte Sie einen Augenblick glauben laſſen, Ihre Mutter habe mir Ihr Vermögen ver⸗ macht. Die Probe hat meine Befürchtungen weit übertroffen. Sie ſahen in dem Tode Ihrer Mutter eine einfache Geldfrage . . .“
„Ich? mein Gott!“
„Sie, mein Herr; denn da Sie ſich enterbt
glaubten, drückten Ihre Züge eine viel tiefere und


