278
„Ach! mein Vater, dieſe Anklage „
„Iſt nur zu ſehr verdient. Ich hielt, trotz Ihrer Verirrungen, Ihr Herz noch für gut. Ich täuſchte mich. Ein furchtbarer Schlag trifft mich, der furcht⸗ barſte, der mich jemals treffen kann, wenn mir nicht etwa für die Zukunft noch ſchrecklichere aufbewahrt ſind. Ich verliere Ihre Mutter; Sie ſind Zeuge meiner Verzweiflung; mein erſter Schrei, als ich Sie wiederſehe, iſt: Mein Kind, es bleibt mir nichts als Du auf der Welt! Wir werden uns nicht mehr trennen! . . . Und auf dieſen Schrei meiner zer⸗ riſſenen Seele, was antworten Sie? Beweinen Sie meine Mutter, wo Sie wollen . . . ich bleibe hier.“ Mit andern Worten: Ich bin unverbeſſerlich, ich will mich auch künftig dieſen Ausſchweifungen hin⸗ geben, die meiner Mutter ſo großen Kummer verur⸗ ſachten, daß ſie vor der Zeit ſtarb . . . Es ſei, mein Herr; Sie ſind, wie Sie ſagen, majorenn und
Herr Ihres Thuns! . . . Indeß, eine Frage .. .“
Und die Stimme des Herrn Dumirail verän⸗ derte ſich, denn der Gedanke, den er fliehen wollte, trat ihm unglücklicher Weiſe vor die Seele.
„Um in Paris zu leben . . . müſſen Sie Geld haben.“
„Ich weiß es, mein Vater.“
„Da Sie nun nicht einen Sou von mir zu er⸗ warten haben, ſo lange Sie hier bleiben . . wie wollen Sie Ihre Bedürfniſſe beſtreiten?“
„Mein Vater . . .“ ſtotterte Maurice mit wachſen⸗ der Verlegenheit, denn er wagte es nicht zu ant⸗ worten, er zählte auf die mütterliche Erbſchaft; „ich
werde ſehr mäßig in meinen Ausgaben ſein.“
—


