253
Maurice; es ſchnürte ihm das Herz zuſammen; er zweifelte nicht, daß die Krankheit ſeiner Mutter wäh⸗ rend ſeiner Abweſenheit ſich verſchlimmert habe und ſagte lebhaft:
„Mein Vater, ich bat Sie bei meinem Eintreten um Auskunft über meine Mutter . . . Wie geht es ihr heute?“
„Sie ruht . . .“ antwortete Herr Dumirail mit zitternder und erſtickter Stimme, während er Mau⸗ rice nicht anzuſehen wagte. Dieſer, durch die Worte ſeines Vaters nicht vollſtändig beruhigt, ſagte zu ihm:
„Die Krankheit hat ſich nicht verſchlimmert?. .. Die Ruhe, welche meine Mutter genießt, wird ihr ohne Zweifel ſehr wohlthätig ſein?“
„So biſt Du endlich zurückgekommen, nachdem Du uns ſo viele Unruhe verurſacht!“ verſetzte Herr Dumirail, der die Antwort auf die Frage ſeines Sohnes vermied und ſich beſann, durch welchen Uebergang er nach und nach ihn auf die Kunde der furchtbaren Wirklichkeit vorbereiten könnte.
Maurice, welcher keine Antwort auf die neuen Fra⸗ gen erhielt, die er wegen der Geſundheit ſeiner Mutter an den Vater richtete, vermuthete nicht ohne Urſache, daß ſich ihr Zuſtand nicht gefährlich verſchlimmert haben müſſe, daß ſie ohne Zweifel eines wohlthäti⸗ gen Schlafes ſich erfreue und gedachte deßhalb die wichtige Verhandlung ſogleich zu beginnen, in welche er ſich mit ſeiner Familie einlaſſen wollte; er be⸗ merkte außerdem, daß man ihm nach ſeiner langen Abweſenheit, die in ſo vieler Hinſicht Tadel ver⸗
diente, wohlwollend entgegenkam, und indem er ſich auf dieſe Weiſe die Niedergeſchlagenheit und ſchmerz⸗


