Teil eines Werkes 
4. Band (1856)
Entstehung
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Das Wiederſehen der beiden Freunde war über⸗ aus herzlich. Sie plauderten ſeit einiger Zeit mit einander und Richard legte ebenſo viel Verehrung als Liebe für den an den Tag, der ihn zuerſt in die . Pariſer Fashion eingeführt und ſagte, indem er dabei beſtändig Delmares Hand in der ſeinen hielt:

„Nein, ich werde nie vergeſſen, mein lieber Del⸗ j mare, daß ich im achtzehnten Jahre das Glück hatte, Sie meinen Führer, meinen Mentor nennen zu dürfen, Sie, der nur einige Jahre älter war, als ich; Ihre ausgezeichneten Rathſchläge haben mir jene Schule, jene Fehler erſpart, die ſo oft die jungen reichen Leute bei ihrem Eintritt in die große Welt ruiniren und lächerlich machen . . . Haben Sie mir nicht ſo zu ſagen algebraiſch gezeigt, daß ich das an⸗ genehmſte, eleganteſte Leben führen konnte, ohne mein väterliches Erbgut toll zu vergeuden? Ich be⸗ wahrte dieſes geiſtvolle Budget meiner Einnahmen und Ausgaben von Ihrer Hand. Es ſollte der Code der jungen Leute der vornehmen Weit ſein.“

„Meine Rathſchläge, welche mit meinen Hand⸗ lungen ſo wenig übereinſtimmen, bewieſen wieder einmal die Wahrheit des Sinnſpruchs: „Handle nach meinen Worten, nicht nach meinen Thaten,“ verſetzte Charles Delmare mit einem melancholiſchen Lächeln. „Ich rieth Ihnen ſehr klug, mit Ihrem Vermögen Haus zu halten. . . und ich habe das Meinige ver⸗ ſchwendet.“

Wohl; aber dieſer Widerſpruch zwiſchen Ihren Handlungen und Ihren Worten nahm dem ausge⸗ zeichneten practiſchen Werthe Ihres von der Erfah⸗ rung dictirten Rathes nichts an ſeinem Werthe. Ich