Teil eines Werkes 
4. Band (1856)
Entstehung
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Nein, Madame, dies Unglück iſt nur das Phan⸗ tom Ihrer krankhaften oder verwirrten Einbildung. Phantom! . . . Ach! mein Herr, vergleichen Sie unſer gegenwärtiges Leben mit dem, welches wir führten, ehe Ihre ehrgeizigen Pläne mit Ihrem Sohne Ihr Urtheil, das ehedem ſo gerade und ſicher war, verkehrte. Welche Uebereinſtimmung, welches Vertrauen zwiſchen uns, welche Sicherheit für die Zukunft von Maurice; welche Gewähr für das bei⸗ nahe gewiſſe Glück ſeiner Heirath mit ſeiner Couſine! Und jetzt, blicken Sie auf unſere gegenſeitig gereizte, zerriſſene Familie. . . Jeane auf immer von uns getrennt, Sie und ich in beſtändiger Oppoſition, nach i Jahren einer wolkenloſen Liebe peinliche orwürfe austauſchen! Endlich unſer Sohn, der uns ſo gerechte Hoffnungen gab, unſer Sohn, der uns anbetete, beinahe ſchon aller Liebe gegen mich baar, und bald vielleicht auch ein Widerſacher gegen Sie, denn Ihre blinde Toleranz wird Ihnen ebenſo gefährlich werden, als ihm! . . . Sehen Sie, mein Herr, ſehen Sie, das iſts, was Sie in Ihrem ein⸗ gebildeten Optimismus Phantome nennen!

Ja, Madame, Phantome, denn Sie ſind thöricht, und wenn mein Optimismus, wie Sie meinen, affec⸗ tirt iſt, ſo iſt Ihr Peſſimismus ſinnlos. O mein Gott! die Urſache iſt ſehr einfach. Maurice hat da⸗ durch, daß er gegen Ihren Willen ſeine Carriere änderte, Ihrem Geſchmack und Ihren Gewohnheiten entgegengehandelt, die Sie an den Morillon feſſelten; daher Ihre Gereiztheit, welche die Zukunft mit den düſterſten Farben malt, das Unrecht unſeres Sohnes übertreibt, Jugendſünden, die ſeine vortrefflichen