„Nun, mein Herr, iſt es etwa nicht Sitelkeit, daß Sie ſich fürchten, Herrn von Morninville Ihren Irrthum in Bezug auf den Beruf Ihres Sohnes einzugeſtehen? Iſt es nicht Eitelkeit, daß Sie ſeine
Fehler ertragen, weil ſie die Folgen dieſer von Ihnen veranlaßten Reiſe ſind? Kurz, iſt es nicht Eitelkeit, daß Sie Ihren Sohn gegen Jedermann vertheidigen und entſchuldigen? Ach! mein Herr . . . wollte der Himmel, daß Sie nicht der Mitſchuldige an dem Untergang dieſes unglücklichen Kindes werden!“
„Sie wollen alſo die aufreizenden Discuſſionen vom Morillon hier erneuern?“
„Iſt es mein Fehler, wenn Sie meine Befürch⸗ tungen erneuern und vermehren? Mein Herr, Sie gehen unverzeihlich zu Werke! Maurice hat wenig⸗ ſtens die Verführung . . . die Unerfahrenheit ſei⸗ nes Alters zur Entſchuldigung . . . während Sie durch einen kalten und unglücklichen Stolz unſer Aller Verderben herbeiführen! . . .“
„Madame! . . Madame . . . die Geduld hat ihre Grenzen . . . Nehmen Sie ſich in Acht.“
„Der Schmerz . . . das Leben . . . haben auch ihre Grenzen, mein Herr!“ antwortete mit tiefer
und bitterer Entmuthigung Madame Dumirail. „Ich
ſage es Ihnen ganz aufrichtig . . . Wenn Sie ſich, ſtatt mit mir gegen die leichtſinnigen Streiche unſe⸗ res Sohnes zu verbinden, mit ihm gegen mich
u ſo erkläre ich Ihnen, daß ich die Kraft nicht habe, den Kampf fortzuſetzen; ich fühle mich bereits durch das, was ich ſeit meiner Ankunft in Paris ge⸗
litten, gebrochen; ich werde den Kummer, den ich vorausſehe, nicht lange überleben.“
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