8
für die Zukunft Beunruhigende in dem Leichtſinn
Deines Sohnes Illuſionen machſt.“
„Ich tadle, was zu tadeln, ich entſchuldige, was zu entſchuldigen,“ antwortete Herr Dumirail mit Ungeduld, „ich beurtheile die Sachen nach einem realen, nicht nach einem eingebildeten Geſichtspunkte.“
„Du ſprichſt von der Realität, mein Freund .. . wie viel Uhr iſt es?“
„Ein Uhr Morgens.“
„Ja, . die Nacht rückt vor und unſer Sohn iſt noch nicht zurück. Er hat ſich geſtern entfernt: das ſind Realitäten, Thatſachen, ſcheint mir, und dieſe frühzeitige Unordnung erſchreckt Dich nicht ebenſo ſehr für die Gegenwart, wie für die Zukunft?“
„Ich bedarf Deiner Bemerkungen nicht, um es ſehr ſchlecht und ſehr unpaſſend zu finden, daß Mau⸗ rice zu ſo ungebührlicher Zeit ausgeht oder zurück⸗ kömmt. Ein junger Menſch von ſeinem Alter muß allerdings eine vernünftige Freiheit genießen, aber ſie nicht mißbrauchen. Ich werde unſerem Sohne ernſtlich vorſtellen, was ich darüber denke, und er wird zu ſeiner Pflicht zurückkehren.“
„Er wird nie zu ſeiner Pflicht zurückkehren, ſo lange er in Paris lebt, wo er jeden Tag tauſend Gelegenheiten hat, ihr entgegenzuhandeln.“
„Mein Sohn wird auf meine Stimme, auf mich hören, ich ſtehe dafür,“ verſetzte Herr Dumirail auf⸗ geregt, „weil ich nachſichtig ohne Schwäche und ſtreng ohne Uebertreibung ſein werde.“
„Ich übergehe, mein Freund, was in dem Vor⸗ wurf, den Du mir machſt, Verletzendes für mich liegt . . . ich begnüge mich, Dir mit der Beharrlich⸗
—
———————
————
3


