Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

497 erbleichen ſah und deren Hand, die ſie krampfhaft in die ihrige geſchloſſen hielt, kalt werden fühlte. Madame Jouffroy machte indeſſen eine äußerſte Anſtrengung in der Hoffnung, ihre Tochter gegen die Gewaltthätigkeiten von Madame Badinean zu ſchützen, die ihren Stock ſchwingend ſchrie:

Komm doch hieher . Liederliche! daß ich Dir das Geſicht zeichne, damit mein ſchändlicher Mann er⸗ fährt, ich ſei bei Dir geweſen! Siehſt Du große ***, es iſt nicht genug, daß ich Deine Spiegel zerbrochen habe ich muß Dir auch etwas zerbrechen!

So ſprechend, ſtürzte Madame Badineau, mit den Zähnen knirſchend, auf die Gräfin los, und dieſe er⸗ hielt, trotz des ohnmächtigen Widerſtands von Madame Jouffroy, welche vergebens ihre Tochter zu beſchützen ſuchte, von der beleidigten Gattin einen heftigen Stock⸗ ſchlag, der ſie an die Stirne traf. . . Bei dieſer Ver⸗ wundung ſtieß Aurelie einen gewaltigen Schrei aus; ihr Blut floß und überſtrömmte ihr Geſicht.

Dies war ſo ſchnell vor ſich gegangen, daß Joſeph, geſchwächt, niedergebengt, zu ſpät auf Madame Badineau hatte zueilen können, um es zu verſuchen, ihr den Stock zu entreißen. Herr Jouffroy aber, der beim Anblicke des Blutes, das in Wellen aus der Wunde von Aurelie floß, wieder einen Schimmer von Vernunft fand, bebte plötzlich und rief:

Töchterchen blutet!

Und der Greis warf ſich wüthend auf Madame Badineau, welche, grauſam gemacht durch den Anblick des Blutes ihrer Nebenbuhlerin, ihre Gewaltthätigkeiten verdoppeln wollte; doch Herr Jouffroy packte ſie beim Halſe; er würde ſie ſo erwürgt haben, wäre in dieſem Augenblick nicht die Dienerin athemlos herbeigeeilt und hätte geſchrieen:

Die Wache kommtich habe die Wache ge⸗ rufen.