495⁵
Frau, der es gelungen war, die Adreſſe der Geliebten ihres Mannes zu entdecken, ohne daß ſie etwas von ſei⸗ nem Bruche am vorhergehenden Tage wußte, Madame Badineau, ſagen wir, hatte ſich entſchloſſen mit einem Stocke bewaffnet, um bei Frau von Villetaneuſe, wie man ſich auszudrücken pflegt, Alles kurz und klein zu ſchlagen, und ſie überließ ſich dieſem Zerſtörungswerke und zerſchmetterte die Spiegel, die Kriſtalle, die Por⸗ zellane, die Glocken der Lampen und der Uhr, in dem Augenblick, wo die verſchiedenen Perſonen dieſer Erzäh⸗ lung gleichzeitig in den Salon liefen.
Leichenbleich, erſchrecklich anzuſchauen, den Schaum auf den Lippen, die Augen funkelnd, manveuvrirte Madame Badineau in allen Richtungen mit ihrem ſchweren plom⸗ birten Stocke mit einem ſo gefährlichen Ungeſtüm, daß Madame Jouffroy, trotz ihrer kräftigen Natur und ihres aufbrauſenden Charakters, vor Angſtzitterte, zugleich er⸗ faßt von den Schauern eines heftigen Fiebers, deſſen eiskalter Schweiß ihr Geſicht überſtrömte; ſie fühlte, wie ihre Kräfte ſie verließen, ſtürzte indeſſen vor ihre Toch⸗ ter, um ſie mit ihrem Leibe zu bedecken, als ſie Madame Badineau, nachdem dieſe mit einem letzten Schlage einen ſchönen Spiegel zertrümmert hatte, ſchreien hörte:
„Ah! mein Mann gibt Dir Spiegel, Teppiche, Porzellane, ſchlechte ***! Sieh, wie ich mit Deinen Spiegeln und Deinen Porzellanen verfahre. Sogleich wird die Reihe an Dich kommen, große ***; warte ein wenig, daß ich wieder Athem ſchöpfe!“
Keuthend, außer ſich, war Madame Badineau ge⸗ nöthigt, einen Augenblick auszuruhen; Alles, was ſich
*) Wir überlaſſen es dem Leſer, ſich die gemeinen, belei⸗ digenden Epitheta einzubilden, mit denen Madame Ba⸗ dineau Aurelie überhäufte. Unſere Achtung vorunſern Leſerinnen zwingt uns, dieſe Schmähungen durch Sternchen zu erſetzen.
—


