Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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XIX.

Obgleich ſehr bleich in Folge der heſtigen Gemüths⸗ bewegungen vom vorhergehenden Abend, trat Frau von Villetaneuſe doch triumphirend ein: Angelo liebte ſie immer noch! Das Strahlen dieſer unreinen Flamme ſchien auf dem angegriffenen Geſichte der jungen Frau die Frech⸗ heit und die Schamloſigkeit zu reflectiren; ſie warf fern von ſich den Pelz, in den ſie auf ihrer Fahrt gehüllt ge⸗ weſen war, und zeigte ſich vor den Augen ihrer Mutter in ihrem zerknitterten Ballſtaat, wobei ihre langen, halb aufgelöſten Haare über ihre nackten Schultern wogten; ſchon außer ſich über den Brief von Herrn Badineau, wurde Madame Joufftoh vollends durch dieſe Unordnung in den Kleidern und in der Friſur von einer heftigen Entrüſtung ergriffen.

Da, da! ſagte ſie zu ihrer Tochter, indem ſie ihr das Billet reichte,lies dies, Unglückliche!

Erſtaunt über den Ton und den Empfang ihrer Mutter, nahm die Gräfin den Brief, las ihn, erröthete vor Zorn und Scham, zerknitterte das Papier in ihrer Pand, warf es fern von ſich, richtete das Haupt hoch auf, ſchaute ihre Mutter an, ohne die Augen niederzuſchlagen, und ſagte:

Nun was denn?

Wie, was denn? Vor Allem antworte: woher kommſt Du, Schamloſe? .. Du heaſt ein Geſicht, um einem Angſt zu machen!

Meine Mutter ich komme von da her, wo es mir beliebt!

Welche Schändlichkeit haſt Du geſtern oder heute Nacht begangen, daß Herr Badineau mir einen ſolchen Brief ſchreibt und uns von hier wegjagt? . . Er hat alſo Recht? . Dnu biſt alſo die elendeſte Creatur?