Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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Nein, nein! Fortgeriſſen durch die Fatalität des Laſters, ſahen dieſe zwei Frauen auf jedem Schritte vor ihren Blicken die furchtbaren Conſequenzen ihrer Entwür⸗ digung ſich erheben, und erſchrocken zurückweichend, ver⸗ ſanken ſie immer tiefer in den Koth.

Fatalität des Laſters!! Einſt ſo zärtlich vereinigt, ergoßen ſich dieſe Mutter und dieſe Tochter nun gegen⸗ ſeitig in gehäſſigen Anſchuldigungen, in blutigen Vor⸗ würfen; ſodann kam die finſtere Verſöhnung der fortan durch die Solidarität der Schande an einander gefeſſel⸗ ten Schuldgenoſſen.

XVIII.

Es ſchlug zehn Uhr Morgens. Am Abend vorher mit Herrn Badineau weggegangen, war Aurelie noch nicht in ihre Wohnung zurückgekehrt, wo ihre Mutter ſie erwartete. Dieſe empfand, ohne ſich über die nächtliche Abweſenheit zu ängſtigen, da ſie die Gräfin unter der Aegide ihres natürlichen Beſchützers wußte, doch eine gewiſſe Unruhe und ſie ſprach, wäh⸗ rend ſie im Zimmer ihrer Tochter auf und abging, zu ihrer Dienerin, die ſie gerufen hatte:

„Die Gräfin (ſie nannte Aurelie immer ſo) hat Ihnen nicht geſagt, ſie werde die ganze Nacht aus⸗ bleiben 2“

„Nein, Madame.“

„Das iſt ſonderbar . . . Sie wird ohne Zweifel zu einem Sonper gegangen ſein und ſich mit Herrn Badi⸗ neau verſpätet haben. Wer hat vorhin geklingelt?“

„Der Commis des Modewaarenhändlers. Er fluchte wie ein Beſeſſener, ſchrie, er werde wüthend, daß man ihn wegen einer Rechnung von hundert und zehn Franken zwanzigmal laufen laſſe, und wenn