Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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Gräfin von Villetaneuſe ſchien nichts mit den anderen Cour⸗ tiſanen gemein zu haben; kurz, man lebte glänzend, vor⸗ nehm; der Herzog war freigebig, prachtliebend. Vor Allem entzückt, ihre Tochter glänzen zu ſehen, ſagte Ma⸗ dame Jouffroy zu ſich ſelbſt in Form einer Beſchwichti⸗ gung ihres Gewiſſens:

„Im Ganzen, nehmen wir an, meine Tochter ſei an den Herzog verheirathet . . das käme auf Eines heraus!“

Und nach ſo viel Elend und ſo ſchmählichen Wech⸗ ſelfällen ſagte ſie ſich wieder:

„Nehmen wir an, meine Tochter ſei an Herrn Badineau verheirathet . . . das käme auf Eines her⸗ aus!“

Herr Jouffroy, deſſen Verſtand geſchwächt, erſchüt⸗ tert, ſodann völlig vernichtet worden war durch die gräß⸗ lichen Leiden, die ihm die Schande ſeiner Tochter und ſein Ruin bereiteten, behielt kaum noch die Faſſungs⸗ kraft für die Dinge; zuweilen erinnerte er ſich jedoch ſeiner wahnſinnigen Anbetung für ſeine Tochter und ſeiner kleinmüthigen Angſt vor ſeiner Frau, der Haupturſachen der Mißgeſchicke dieſer Familie.

„Iſt Mimi böſe? Iſt Töchterchen glücklich?“

Dieſe Worte, die er von Zeit zu Zeit ohne allen Anlaß ausſprach, ſchienen der letzte Schimmer zu ſein, der ſich zuweilen von der erloſchenen Vernunſt von Herrn Jouffroy losmachte; er zeigte ſich übrigens von einer unwandelbaren Sanftmuth und hielt ſich vorzugs⸗ weiſe in der Einſamkeit auf, wo er unabänderlich ſeine Stunden mit Verfertigung von Papierſchiffchen hinbrachte, die er ſodann mit einer kindiſchen Freude auf einem mit Waſſer gefüllten Teller ſchwimmen ließ: dies war ſeine beſtändige Beſchäftigung. Er litt körperlich nicht, lebte ein rein animaliſches Leben, und da er längſt das Ge⸗ dächtniß verloren hatte, ſo bedrückte ihn die Erinnerung