Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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gewöhnlichen und weiſen Tactik meines ſeligen Vetters des Herzogs Karl nach!“

Nachdem er wieder einen Augenblick geſchwiegen hatte, fügte der Prinz bei:

„Welch ein aubetungswürdiges Geſchöpf iſt dieſe junge Gräfin! Ah! Müller, dies Mal bin ich wahrhaft verliebt.“

„Eure Hoheit wird mir erlauben, ihr zu ſagen; dieſes dies Mal hat ſich ſchon mehrere Male ge⸗ funden.“

„Nein, nein nie, ich wiederhole es Dir, haben meine Augen eine ſo ideale Schönheit bewundert. Achtzehn Jahre, eine Perle, ein Schatz an Jugend, Anmuth und Unſchuld! Oh! Müller, wie ſchön war ſie in ihrem jungfräulichen Brautſchmucke. Ja, heute Abend habe ich ſie noch liebenswürdiger gefunden, als vorgerſtern, am Tage der Unterzeichnung ihres Heirathsvertrages! Welch eine glückliche Eingebung hat der Graf von Villetanenſe gehabt, daß er mich zu ſeinem Vermählungszeugen ge⸗ wählt! Müller, glaube mir, das iſt ernſt, ſehr ernſt, ich fühle, was ich nie gefühlt hatte! Dieſe Liebe iſt eben ſo plötzlich entſtanden, als tief; ich bin darüber er⸗ ſchrocken!“ und nach einem neuen Stillſchweigen ſagte Seine Hoheit zu ihrem redlichen Diener:

„Du haſt mir oft bei ſolchen Verhältniſſen große Dienſte geleiſtet. Ich zähle auf Deine Ergebenheit, auf Deine Discretion, auf Deinen erprobten Verſtand. Faſ⸗ ſen wir die Sache kurz zuſammen: haſt Du über mei⸗ nen Plan wohl nachgedacht? haſt Du ihn zur Reife ge⸗ bracht? haſt Du alle ſeine guten Seiten ſtudirt? ſin⸗ deſt Du ihn durchführbar? Geſtern Racht geboren, improviſirt, nach einem erſten Zuſammentreffen mit dieſer bezaubernden jungen Frau, kann er Einwürfe, große Schwierigkeiten bieten; iſt dies ſo, ſo ſprich aufrichtig, wir werden ihn modificiren.“