Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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Aurelie ſo ſehr; ich hoffte ſie zu mir zurückkommen zu ſehen; doch beurtheilt meinen Schmerz, als heute Abend . .

Erſtickt durch die Gemüthserſchütterung, unterbrach ſich hier Fortuné einen Augenblick, ſodann fuhr er fort:

„Als ich heute Abend erfuhr, ſie liebe dieſen Men⸗ ſchen ſo leidenſchaftlich, daß ſie ſich habe das Leben nehmen wollen, weil dieſe Heirath nicht ſtattſinden werde

„Mein Gott! wie biſt Du denn von dieſen traurigen Ereigniſſen unterrichtet worden?“

„Trotz des Glückes, das bei mir der Gedanke: „Aurelie iſt frei!“ verurſachte, quälten mich unbeſtimmte Ahnungen; ich dachte an den Kummer, den ihr der Bruch dieſer Heirath bereiten müßtet meine Unruhe nahm ſo ſehr zu, daß ich zu meinem Oheim ging, um mich bei Marianne nach ihrer Schweſter zu erkundigen. Auf der Treppe begegnete ich dem Bedienten, der ganz beſtürzt herablief: „„Ah! Herr Fortuné!““ ſagte er zu mir, „welch ein Unglück, Mademviſelle Aurelie hat ſich mit Grünſpan vergiftet; ſie hat ſich das Gift dadurch verſchafft, daß ſie ſeit geſtern große Kupfermünzen in Eſſig legte. Ich laufe zu einem Arzte.“

„Das atme Mädchen!“ verſetzte der Vater Lauren⸗ cin, indeß Catherine aufmerkſam auf dieſe Erzählung horchte.

„Raſch ging ich vollends hinauf,“ fuhr Fortuné fort. „Ich klingelte. Eine Magd in Thränen öffnet mir. Ich heiße ſie Marianne ſagen, ich ſei da, und ich bitte ſie inſtändig, einen Augenblick zu kommen. Bald eilt ſie herbei, und ſie theilt mir mit, Aurelie ſei zwei Tage vorher, von dem Bruche ihrer Heirath unterrichtet, von einer Schwäche befallen worden. Man hatte fie zu Bette gebracht: ſie hatte durchaus allein in ihrem Zim⸗ mer bleiben wollen, bei geſchloſſenen Läden, obgleich es Tag war. Marianne ſollte die Nacht bei ihrer Tante