Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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der Vortrefflichkeit ſeines Charakters, daß Catherine, immer mehr bewegt bei der Erzählung von dieſem ein⸗ fachen, würdigen, arbeitſamen, redlichen Leben, nicht län⸗ ger dem unausſprechlichen Glücke, ihren Sohn zum erſten Male zu umarmen, widerſtehen konnte.

Im Namen Ihrer Mutter, ſtammelte die Cour⸗ tiſane in Thränen zerfließend,erlanben Sie mir, Sie zu umarmen, theures, liebes Kind!

Und ohne die Erlaubniß von Michel abzuwarten, nahm ſie ſeinen Kopf zwiſchen ihre beiden Hände und bedeckte ſeine Stirne und ſeine Haare mit leidenſchaft⸗ lichen Küſſen.

Ein heftiger und bezeichnender Huſtenanfall des Vater Laurencin, deſſen Abſicht Frau von Morlac be⸗ griff, rief ſie zu ſich ſelbſt zurück, und beinahe im dem⸗ ſelben Augenblick kam er, wie der Vetter Rouſſel, wieder in den Salon.

Beide hatten, die Unterredung des Sohnes und der Mutter hörend, geweint. Dieſe nahm, als ſie den Greis eintreten ſah, ihre Kaltblütigkeit wieder an und entfernte ſich von Michel, den die Liebkoſungen der Fremden ebenſo ſehr in Erſtaunen ſetzten, als rührten.

Die Rückkehr des alten Handwerkers verkündigte Catherine das Ende ihrer Zuſammenkunft mit ihrem Sohne. Ihr Herz zerriß, doch ſie mußte ſich fügen.

Plötzlich öffnete man die Zimmerthüre, und Fortuné trat bleich, mit verſtörten Zügen haſtig ein.

Sobald er den Vetter Rouſſel und Laurenein er⸗

blickte, rief er:

Oh! meine Freunde. .. Aurelie wenn Ihr

wüßtet das iſt gräßlich gräßlich!

Und er ſank auf einen Stuhl und verbarg ſein Ge⸗ ſicht in ſeinen Händen.