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ein Künſtler werden, und ich arbeite nach meinen beſten Kräften, daß er mit mir zufrieden iſt.“
„Haben Sie von Zeit zu Zeit einige Vergnügungen, einige Zerſtreuungen?“
„Gewiß, Madame, alle Sonntage gehe ich mit mei⸗ nem Großvater ſpazieren, und wir ſpeiſen auswärts ganz fein, wie er ſagt. Zuweilen begleitet uns Meiſter For⸗ tuné, und an ſolchen Tagen beſuchen wir das Muſeum, um die Gemälde, die Statuen, die ſchönen Goldſchmieds⸗ arbeiten der Renaiſſance zu ſehen.“
„Und wenn Sie jungen Leuten von Ihrem Alter begegnen, welche, elegant gekleidet, inm Wagen ſpazieren fahren, ſo macht ſie das nicht traurig, ſo erweckt das keinen Neid bei Ihnen?“
„Oh! mein Gott! nein! Ich gebe auf ihre ſchönen Kleider und ihre Wagen nicht einmal Acht. Mein Groß⸗ vater läßt es mir an nichts fehlen; er iſt ſogar ſehr eitel für mich, mein alter Großvater,“ fügte Michel lächelnd bei, „denn am Sonntag macht er mir meinen Scheitel und bindet er mir meine Cravate nach der guten Art. Ich habe alſo nichts zu beneiden, und dann über⸗
„Vollenden Sie, mein Kind.“
„Am Abend, wenn ſich mein Großvater zu Bette gelegt hat, leſe ich ihm aus den Büchern vor, die er wählt; dieſe Lecturen, ſowie die Lehren, die Beiſpiele, die er mir gibt, laſſen mich denken, daß derjenige, welcher ehrlich ſeinen Lebensunterhalt verdient, Niemand zu be⸗ neiden braucht, und, wie mein Großvater ſagt: „„Es gibt ſo viele Leute, die man verachten würde wie Koth, ſtatt ſie zu beneiden, wüßte man, wie ſie das Geld er⸗ worben haben, das ſie ſo ſtolz macht.““ Er hat unge⸗ heuer Recht, mein Großvater, nicht wahr, Madame? ſ kann ſchändlicher ſein, als ſchlecht erworbenes
eld.
„Allerdings,“ antwortete die Courtiſane mit zittern⸗


