4
bar ſchönes Mädchen zu heirathen, das ihm ein bedeu⸗ tendes Vermögen gebracht hätte, dieſer Herr von Villeta⸗ neuſe, beinahe zu Grunde gerichtet, was auch ſein Oheim ſagen mag, opfert Aurelie und ihre Mitgift der Herr⸗ ſchaft von Frau von Morlac, einer Buhlerin, welche älter iſt als er!“
„Und er hat das Opfer faſt ohne Zögern gebracht, wie mir dieſe Frau geſagt hat, die mich aufforderte, den von ihr dictirten Abſagebrief zu leſen, — ein übri⸗ gens anſtändiger und ſehr artiger Brief! Ah! Herr Rouſſel, als ich den Brief Herrn Fortuné zeigte, ehe ich ihn verſiegelte und ſelbſt zum Concierge von Herrn Jouffroy trug, da glaubte ich Anfangs, mein junger Meiſter werde vor Frende ein Narr werden .. . „„Anrelie iſt mein!““ rief er, „ſie wird nun das Wort halten, das ſie mir freiwillig gegeben.““ Zeuge der Freunde von Herrn Fortuné, hatte ich auch nicht den Muth, dieſer Creatur das Glück zu verweigern, heute mit ihrem Sohne zuſammenzukommen, da ſie ihrem Verſprechen treu geweſen iſt. Ich ging wieder zu ihr und benachrich⸗ tigte ſie, Michel werde heute Abend hier ſein. Ah! wenn Sie ſie geſehen und gehört hätten! Sie küßte mir die Hände, ſie zerſloß in Thränen, ſie überließ ſich unglaub⸗ lichen Ausbrüchen des Entzückens, und dann fing ſie wieder an zu weinen.“
„Oh! die menſchliche Seele! die menſchliche Seele! wer vermöchte ihre Tiefen zu ergründen?“ ſagte Joſeph mit nachdenkender Miene. Als er ſodann die Pendeluhr ſchlagen hörte, rief er:
„Halb acht Uhr! Dieſe Frau kann jeden Angenblick kommen. Ich habe dem Portier befohlen, ſie im Speiſe⸗ zimmer warten zu laſſen, wo ſich nun Euer Enkel be⸗ findet. Wäre es nicht Zeit, ihn auf die Zuſammenkunft vorzubereiten?“
„Gewiß,“ antwortete der Greis. Joſeph öffnete die Thüre, die mit dem anſtoßenden Zimmer in Ver⸗


