Teil eines Werkes 
[12. Bändchen] (1854)
Entstehung
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Und Mademoiſelle Aurelie?

Ihre Tante ſagt mir in ihrem Briefe, als Aurelie erfahren, ſie müſſe auf Herrn von Villetaneuſe verzichten, habe ſie ſich muthig ergeben gezeigt. Das ſetzt mich nicht in Erſtannen: ſie hat vortreffliche Eigenſchaften; doch ſie ließ ſich irre leiten durch die beklagenswerthe Eitelkeit ihrer Mutter, welche im Stande iſt, Alles dem albernen Stolze, ihre Tochter als Gräfin zu ſehen, zu opfern; ich hoffe auch, daß Aurelie in Folge vernünftigerer Eingebung nun wieder zu Fortuné zurückkommen wird. Edles, gutes Herz! er bietet ſeiner Couſine ſo viele Bürgſchaften des Glücks! Dieſe Frau von Morlac wird, ihren Eiufluß in einem ehrenhaften Zwecke benützend, wenigſtens einmal in ihrem Leben zu einer lobenswerthen Handlung beigetragen haben. Sie muß bald kommenz Ihr habt Ihr meine Adreſſe genau gegeben?

Ja, Herr Ronſſel, da Sie die Güte hatten, zu erlauben, daß dieſe Zuſammenkunft in Ihrem Hanſe ſtattfinde. ..

Es war nicht ſchicklich, daß Michel zu dieſer Crea⸗ tur ging. Aber, großer Gott, welch ein Abgrund iſt das menſchliche Herz! Dieſe ſelbſtſüchtige, habgierige, ver⸗ ſchmitzte, bis in das Mark ihrer Gebeine verdorbene Courtiſane läßt ihr Kind fünfzehn Jahre lang hülflos und gibt ſo den Beweis von einer entſetzlichen Unem⸗ pfindlichkeit; ſie findet es wieder, und zu dieſer Stunde fühlt ſie alle Bangigkeiten der mütterlichen Liebe!

Was ſoll ich Ihnen ſagen, Herr Ronſſel? Als ich vorgeſtern, auf ihre Einladung, zu ihr ging, um den Brief zu holen, in welchem der Graf von Villetaneuſe Herrn und Madame Jouffroy eröffnete, aus Gründen, die am Tage vorher eingetreten, werde ſeine Heirath mit Mademviſelle Aurelie unmöglich . . .

Ein anderer ſeltſamer Widerſpruch! unterbrach Joſeph den alten Handwerker.Dieſer Herr von Villeta⸗ nenſe, der auf dem Punkte iſt, ein anſtändiges, wunder⸗