Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2.

Meine liebe Freundin, wenn man liebt . . . ein junges Mädchen liebt zurückhaltend, beſcheiden und ſtill, aber nicht raſend und toll, beſtändig den Sarkasmus oder die Drohung auf den Lippen .. Und iſt es nicht endlich Mademoiſelle Jeane, welche, als unſer Sohn, einem Gefühl der Reue folgend, das an ſich löblich, in ſeiner Anwendung ſehr un⸗ vernünftig war, Paris verlaſſen wollte . . .

Was ſagſt Du, mein Freund? . . .

Wir werden eheſtens darauf zurückkommen .. . mit einem Worte, ſage ich, iſt es nicht unſere Nichte, die durch ihre Inſolenz, ihren Hochmuth und ihre frechen Coquetterien mit ihrem Vetter Albert Mau⸗ rice zum Aeußerſten getrieben?

Geißie abern

Hat ſie Dir nicht die unverſchämte Antwort ge⸗ geben, daß Du ihr auf eine für ſie demüthigende Weiſe die Sorge, die wir auf ihre Jugend vetwen⸗ det haben, vorwerfeſt? Und um der Sache die Krone aufzuſetzen, hat ſie nicht die Keckheit und abſcheuliche Undankbarkeit beſeſſen, Dich trotz Deines Verbotes zu verlaſſen, um mit unſerem Reffen fortzugehen, um, wie ſie ſagte, ein Aſyl bei meiner Schweſter zu ſuchen?

Ja, doch muß ich geſtehen, nachdem ich meine Kaltblütigkeit wieder gewonnen, daß ich bedauerte, Jeane's Weggehen durch die Bitterkeit und vielleicht durch die Ungerechtigkeit meiner Vorwürfe gegen ſie hervorgerufen zu haben; denn, ich habe Dir ja das traurige Geheimniß mitgetheilt: Herr Delmare ...

Ha! .. . verſetzte Herr Dumirail, deſſen Züge

ſich zuſammenzogen und plötzlich einen finſtern Aus⸗