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an der Ehre meiner Mutter einflößen wollen, eine ehrloſe Handlung begehen!“
„Unglückliche!“ rief Madame Dumirail außer ſich über dieſe Vorwürfe. „Wiſſen Sie denn, daß, wenn Jemand der Ehrloſigkeit angeklagt werden muß, es die ehebrecheriſche Frau iſt . . . wiſſen Sie denn, daß Ihre Mutter . . .“
Madame Dumirail unterbrach ſich, da ſie, frei⸗ lich zu ſpät, bedauerte, ſich durch den Zorn zu einer bedauerlichen Enthüllung haben hinreißen zu laſſen, während Jeane, zitternd vor Entrüſtung und Zorn mit angegriffenem Tone ſich an ihre Tante wandte:
„Vollenden Sie, Madame . . . Was haben Sie mir von meiner Mutter zu ſagen? . . . Sie ſchwei⸗ gen . . . Gelobt ſei Gott! Ihre vage Verleumdung beruht auf keinem Beweiſe. Ich werde wenigſtens dieſes Haus verlaſſen, ohne daß die zärtliche Ver⸗ ehrung für meine Mutter gelitten.“
Trotz ihres Stolzes und ihrer Reizbarkeit fügte das junge Mädchen, das im Momente des Scheidens von Madame Dumirail, die ſie ſo zärtlich geliebt, unwillkürlich an die Vergangenheit erinnert wurde, in einem etwas weicheren Tone hinzu:
„Leben Sie wohl, Madame: Ihre Gewiſſensbiſſe, die Ihnen innezuhalten und zu ſchweigen geboten, laſſen mich Ihnen die Sünde der Anklagen, die Sie gegen das Gedächtniß meiner Mutter geſchleudert, vergeben . . . Die ungerechten und demüthigenden Vorwürfe, die Sie gegen mich gerichtet, werde ich vergeſſen, um mich zu erinnern, daß Sie drei Jahre lang für mich die Güte einer Mutter beſeſſen . .. Leben Sie wohl, Madame.“


