200
behandelt; Sie ſehen mich niedergebeugt von Kum⸗ mer, gemartert von Sorgen; Sie könnten mir das Unglück beſchwören helfen, das ich fürchte, und Sie verlaſſen mich! Gut! gehen Sie, gehen Sie nur; ich widerſetze mich nicht; Sie flößen mir Abſcheu ein! Sie haben meinen Sohn nie geliebt! Ach! jetzt, da Ihr Charakter in ſeiner ganzen Abſcheulichkeit ſich vor mir enthüllt, glaube ich, Gott verzeihe mir, daß ich mich darüber tröſten werde, daß Maurice von dieſer Frau von Hansfeld dupirt wurde, da ich wenigſtens denken kann, daß er nie Ihr Gatte geworden! Er hätte mit Ihnen nur Verzweiflung, vielleicht Schande geerntet! Sie werden die würdige Tochter Ihrer Mutter werden und nicht mehr taugen, als ſie. O unglücklich, un⸗ glücklich der, der Sie heirathet!“
„Großer Gott!“ verſetzte Jeane, indem ſie San Privato mit einem beſtürzten Blicke fragend anſah. „Habe ich recht gehört? Man beſchimpft meine Mutter!“
„Ah, das iſt zu viel!“ ſagte San Privato; „Sie können nach einer ſolchen Beleidigung keine Minute mehr hier bleiben, Jeane.“
„Und was wagen Sie denn, Madame, meiner Mutter vorzuwerfen?“ rief das junge Mädchen ge⸗ bieteriſch, gereizt, beinahe drohend, indem ſie einen Schritt auf Madame Dumirail zu trat. „Haben die Dienſte, die Sie mir erwieſen, Ihnen das Recht gegeben, einen Engel an Tugend zu verläumden?.. das Gedächtniß einer verſtorbenen Frau zu beſchim⸗ pfen? Ich ſage Ihnen, ich, daß Sie lügen, Madame! Ich ſage Ihnen, daß Sie, indem Sie mir Zweifel


