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„Sie haben mir dieſe grauſame Demüthigung nicht erſpart und mich dieſen Morgen nur zu hart an die Dienſte erinnert, die Sie mir geleiſtet.“
„Mademoiſelle!“ rief Madame Dumirail. „Ihre Undankbarkeit hat Ihnen dieſe Vorwürfe zugezogen.“
„Ich undankbar? Ah, Madame, was Sie auch thun mögen, Sie werden niemals die Dankbarkeit in meinem Herzen auslöſchen; aber die Dankbarkeit hat ihre Würde. Wenn Sie das nicht wiſſen, ſo beklage ich Sie.“
„Ihre Dankbarkeit,“ verſetzte Madame Dumirail; „und wie haben Sie ſie noch dieſen Morgen bewieſen? Indem Sie Maurice zur Verzweiflung trieben, ſtatt ihn in ſeinen guten Entſchlüſſen zu bekräftigen!“
„Bin ich denn beſtimmt, Madame, wie es gerade ſeiner Laune beliebt, das Spielzeug der Liebe oder der Verachtung Ihres Sohnes zu ſein?“ ſagte Jeane ſtoz. „Muß ich mich außerordentlich glücklich ſchätzen, wenn er mir den Kummer und den Schmerz, den er mir bereitet, zu verzeihen geruht?“
„Mademoiſelle, Sie haben das Recht verloren, meinen Sohn anzuklagen, denn, wenn Sie ihn ge⸗ liebt, wie er es verdiente . . . ſo hätten Sie ihn durch Sanftmuth und Reſignation wieder zu ſich zurückgeführt; ſtatt deſſen haben Sie ihn mit der Eiferſucht im Herzen, den Spott im Munde, den Zorn in den Augen empfangen, als er nach einem Monmente der Verirrung zu Ihnen zurückkehrte, der unglückliche Menſch.“
Wahrhaftig, meine Couſine,“ verſetzte San Pri⸗ vato ſpöttiſch lächelnd, „Sie haben es zu herb be⸗ handelt, das unglückliche Kind von fünf Fuß zehn


