41
recht, und Sie können darauf hoffen, ihn in einem gewiſſen Maße zu befriedigen . . . indem Sie von den Vergnügungen Ihres Alters Gebrauch, aber keinen Mißbrauch machen . . indem Sie den treff⸗ lichen Grundſätzen treu bleiben, in denen Sie erzogen worden ſind, Maurice, und . . .“
Alsdann ſich unterbrechend, fügte Frau von Hans⸗ feld bei:
„Sie finden mich ohne Zweifel zu ſehr Mora⸗ liſtin für eine fünfundzwanzigjährige Frau, mein Freund . doch . . .
„Ah! reden Sie, Madame, reden Sie . . . dieſe von Ihnen gegebenen Rathſchläge . . . ſind für mich koſtbar! es wird für mich ſüß ſein, ſie zu befolgen.“
„Lieber, guter Maurice, Dank . . . Dank! .. Sie ermuntern mich . . . Ah!l ſehen Sie, nichts iſt ſchüchterner . . . mißtrauiſcher gegen ſich ſelbſt, als die wahre Lie . . .“
Frau von Hansfeld vollendete das Wort Liebe nicht . doch ein Beben von Maurice, und die Röthe, mit dem ſich ſein Geſicht bedeckte, zeugten davon, daß er die Bedeutung des unvollendeten Wor⸗ tes, ſo wie die Urſache des Abbrechens von Antoi⸗ nette begriffen hatte. Sie ſprach, die Augen nieder⸗ ſchlagend:
„Nichts, ſage ich, iſt ſchüchterner, mißtrauiſcher gegen ſich ſelbſt, als die wahre Freundſchaft*) .. ſie befürchtet zuweilen, anzuſtoßen, zu langweilen,
*) Dieſes Wortſpiel: Pamour, die Liebe, und lamitié, die Freundſchaft, läßt ſich nicht überſetzen.


