2*
zu ſehen, ſo ſind wir einander doch nicht ſo fremd, als Sie glauben dürften . . . Ich begreife vortreff⸗ lich, daß ein unerſchrockener Gemſenjäger, der zum erſten Male ſeine Wälder und ſeine Felſen verläßt, ſich in unſerem Paris ein wenig fremd fühlt . . . doch es liegt mir daran, Ihnen zu beweiſen, daß man ſelbſt in Paris eben ſo viel Offenherzigkeit und Wohlwollen findet, als in Ihrem ſchönen Gebirge, und daß wir hier die Leute von Gemüth zu ſchätzen wiſſen. . . und kämen ſie aus der Tiefe des Jura. Herr dOtremont, einer meiner Freunde, den ich Ihnen vorzuſtellen die Ehre habe, theilt meine Meinung,“ fügte Frau von Hansfeld bei, indem ſie einen be⸗ zeichnenden Blick auf Richard warf. „Er wird, wie ich, bemüht ſein, Ihnen keine zu ſchlimme Meinung von uns Pariſern zu geben.“ „Mein Herr,“ ſprach herzlich Richard, indem er ſich an Maurice wandte, dem der freundliche Em⸗ pfang von Antoinette einige Sicherheit verlieh, „man ſchließt ſchnell Bekanntſchaft unter Jägern. . . Dieſer Titel iſt der einzige, den ich bei Ihnen geltend zu machen habe . . . und kaum wage ich es . . . ihn anzurufen . . . denn, was ſind wir Treibjäger gegen Sie, die behenden Gebirgsmänner, die Sie, von Pic zu Pic ſpringend, den Abſtürzen trotzen, um die Gemſe, den Bären oder den Steinbock auf dem An⸗ ſtand zu erlegen; doch, was auch ihr Verdienſt ſein mag, alle Söhne des heiligen Hubert ſind von der⸗ ſelben Brüderſchaft; im Namen dieſer Brüderſchaft alſo, mein Herr, ſtelle ich mich zu Ihren Befehlen Ich würde mich ſehr glücklich ſchätzen, mein Herr, Ihnen in irgend einer Hinſicht nützlich ſein zu können,


