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Die gleichſam magnetiſche Thätigkeit der Sinn⸗ lichkeitsatmoſphäre, welche Antoinette zu umgeben, in der ſie zu baden ſchien, war ſo ſtark, daß ſelbſt die ruhigſten, kälteſten Leute, in verſchiedenen Graden von Intenſität, unwiderſtehliche Berauſchungen fühlten.
Dieſe Erſcheinung, welche von der Schönheit un⸗ abhängig iſt, da ſie ſich häufig bei häßlichen Frauen producirt, dieſe, was ihr Princip betrifft, noch uner⸗ klärte, aber hinſichtlich ihrer Wirkung flagrante Er⸗ ſcheinung, macht vollkommen das Warum dieſer Verirrungen, dieſer Hinreißungen, dieſer unbeſieg⸗ baren und ſcheinbar unerklärlichen Leidenſchaften be⸗ greiflich, welche von gewiſſen ſchönen oder häßlichen, einfältigen oder geiſtreichen Frauen, welcher ſocialen Lage ſie auch angehören mögen, verurſacht werden, und antwortet peremptoriſch auf die ſo oft aus⸗ geſprochene Frage:
„Wie kommt es, wie iſt es möglich und glaub⸗ lich, daß dieſer Mann in einem ſolchen Grade in dieſe Frau verliebt iſt, deren Häßlichkeit, oder deren Laſter, oder deren Dummheit, oder deren Ehrloſigkeit unüberwindlichen Widerwillen erregen müßten?“ Frau von Hansfeld plauderte alſo an dieſem Tage in ihrem Boudoir mit Herrn Richard dOtre⸗ mont, der ihr ſeit langer Zeit, wie man zu ſagen pflegt, den Hof machte.
„Nein,“ wiederholte er, „nein . . . Sie werden mich nie überzeugen, daß Sie Niemand lieben; es iſt ein Alltagstroſt, was Sie mir da geben.“
„Troſt oder Hoffnung . . wer weiß! „Sie allein wiſſen es . . . Grauſame!“


