Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

Dieſe Erfolge bezauberten Lord Fitz⸗Gerald; er bezahlte ſie königlich mit einer Einſchreibung von zwanzigtauſend Livres Rente, die ſich mit den ſchon beträchtlichen Erſparniſſen von Antvinette verband. Sie traf in den Bädern von Ems, wohin ſie ihr Lord geführt hatte, einen regierenden deutſchen Für⸗ ſten, einen durch die Ausſchweifung erſchlafften Greis. Die ſeltene Schönheit von Antvinette blendete ihn; ihre vortrefflichen Manieren, ihre Anmuth, ihr Talent als Tonkünſtlerin, ihr Geiſt vollendeten die Verfüh⸗ rung, und der Fürſt verliebte ſich wahnſinnig in die Maitreſſe von Lord Fitz⸗Gerald. Dieſer fing an, ſeiner Verbindung überdrüſſig zu werden. Die Er⸗ ziehung von Antoinette war vollendet, die Zwiſchen⸗ fälle einer zu vollführenden Metamorphoſe reizten ihn nicht mehr; auch ſchien die Leidenſchaft des Für⸗ ſten ſehr rechtzeitig zu kommen, um Antvinette herr⸗ lich unterzubringen. Er zeichnete ihr als Mann von Erfahrung und als Freund die Linie des Be⸗ nehmens vor, die ſie gegen ihren quaſiköniglichen Anbeter beobachten ſollte, und verließ ſie im beſten Vernehmen, mit einem Vermögen von ungefähr 3 vierzigtauſend Livres Rente. 6

Entzückt von ſeiner Eroberung nahm der Fürſt Antoinette in ſeine Staaten mit, und um ihr Entrée bei Hofe zu geben, ſchuf er ganz einfach aus ihr, kraft ſeiner Allmacht, Antvinette Godinot, geborene Renard, Baronin von Hansfeld. Sie ſpielte nicht minder geſchickt ihre Rolle als Dame des Hofes, als ſie zuvor die Weltdame geſpielt hatte.

Dieſer Contraſt hoher Diſtinction im Aeußere und ausgelaſſener Schamloſigkeit unter vier Aug