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ſehr vornehmer Herr, Millionen reich und von aus⸗ gezeichneter Geſellſchaft, forderte gewiſſe Illuſionen von den Maitreſſen, die er übrigens glänzend be⸗ lohnte; er wollte bei ihnen das anſtändige Aeußere, die ſcheinbare Zurückhaltung einer wohlerzogenen Frau finden. Es dünkte ihm piquant, in ſeiner Un⸗ thätigkeit eines überſättigten Menſchen, Antvinette, deren unbeſtreitbare Reize er bewunderte, umzu⸗ wandeln: er fing damit an, daß er ſie, um ſie zu entfremden, mit ſich in Italien reiſen ließ und die zweite Erziehung ſeiner Maitreſſe unternahm. Dieſe fand es nicht minder piquant, ſich umzuwandeln. Sehr verſtändig, ſehr ſchmiedbar, nahm ſie ſich zu⸗ ſammen, beobachtete ſie ſich, ſtudirte ſie ſich, und, un⸗ terſtützt durch die Rathſchläge und das Beiſpiel von Lord Fitz⸗Gerald, einem äußerſt diſtinguirten Manne, gelang es ihr, ihre Rolle einer Weltdame vortreff⸗ lich zu ſpielen, und, koſtbarer Contraſt für einen Li⸗ bertin, ſie fand in der Intimität, und nach dem Willen ihres Lords, dieſe bacchiſche Fröhlichkeit, dieſe Keckheit, dieſe Ausgelaſſenheit wieder, die ſie ihrem erſten Erzieher verdankte.
Antvinette fehlte es an der allergewöhnlichſten Bildung: ſie bekam Lehrer aller Art, und ſie benützte ihren Unterricht dergeſtalt, daß ſie in weniger als zwei Jahren ihre Sprache tadellos ſprach, ſie mit Geſchmack ſchrieb, in der Geſchichte, in der Geogra⸗ phie, in der Literatur genügende Kenntniſſe beſaß, um an jeder ernſten Converſation Theil zu nehmen und oft dabei zu glänzen; endlich wurde ſie, Dank ſei es ihrem natürlichen Geſchmacke für die Muſik und das Studium, eine ſehr gute Tonkünſtlerin.


