183
je verletzen könnte. Ich kenne, Gott ſei Dank, ſeit langer Zeit Ihre Gefühle in Betreff meiner . . .“
„Ei! mein Herr! mein Herr! kann ſich die Natur dieſer Gefühle nicht geändert haben?“
„Ich bitte, was wollen Sie damit ſagen?“
„Ich will ſagen, mein Herr, da ich gerade heraus ſprechen ſoll, daß ein wahrer Freund nicht ſo, wie Sie es heute thun, die Zwietracht zwiſchen den Vater und den Sohn, den Mann und die Frau zu werfen ſucht.“
„Ich . großer Gott!“
„Sie, mein Herr!“
„Ah! mein Freund!“ rief Madame Dumirail, „können Sie einen ſolchen Vorwurf Herrn Delmare machen?. .. Das fällt Ihnen nicht ein, nein, nein, es wäre das Uebermaß des Undanks . . .“
„Sie ſehen, mein Herr, Sie ſehen die Frucht Ihrer hartnäckigen Intervention bei unſern theuer⸗ ſten Familienintereſſen!“ ſagte bitter Herr Dumirail zu Charles Delmare; „meine Frau bezüchtigt mich des Undanks in Gegenwart meiner Kinder, und es hat nicht von Ihnen abgehängt, daß mein Sohn mich nicht der Unvernunft beſchuldige Sie wer⸗ den nun vielleicht begreifen, mein Herr, daß . . .“
„Genug, mein Herr, ich entferne mich,“ erwie⸗ derte Charles Delmare mit einer traurigen Würde. „Sie werden bald einen Augenblick des Aufbrauſens bereuen, durch das ich nicht verletzt, aber grauſam betrübt bin, weil ich die im Ganzen ehrenwerthe Ur⸗ ſache kenne . Leben Sie wohl, mein Herr; ſeien Sie verſichert, ich werde mich immer nur der ſanften Herzlichkeit unſerer Beziehungen während der drei


