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melte ſich und ſagte dann mit einem Ausdrucke voll Ehrerbietung und Zärtlichkeit:
„Mein Freund, was ſich ſo eben zwiſchen uns zugetragen hat, iſt eine Lehre; Gott wolle, daß ſie nicht unnütz ſei . . . Vor Kurzem ſagteſt Du zu mir: „Wir qualificiren fälſchlicher Weiſe als Neid unſer Bedauern darüber, daß die Laufbahn unſeres Sohnes nicht ſo glänzend ſein wird, als die ſeines Vetters; redliche Leute wie wir, die ihren Sohn lie⸗ ben, wie wir ihn lieben, ſind unfähig, ſchlimmen Gefühlen nachzugeben.“ Ach! dennoch . . . darf man über ein Gefühl nach dem guten oder ſchlimmen Einfluſſe urtheilen, den es auf uns übt . . . ſieh doch! . . . zwanzig Jahre lang ſind wir nie durch einen ernſten Zwiſt veruneinigt geweſen . . . unſere Beziehungen ſind immer liebreich, unſerer gegenſeiti⸗ gen Achtung würdig geweſen, und nun, zum erſten Male in unſerem Leben, wechſeln wir bittere ver⸗ drießliche Worte, welche von meiner Seite, ſiehſt Du, bis zur Beleidigung gehen . . . Dich beleidigen. . . ich .. die ich für Dich eben ſo viel zärtliche Liebe, als Ehrfurcht hege . . Mein Freund, ich appellire an Deine Rechtſchaffenheit, an Deine Vernunft: kann ein im Princip edles Gefühl ſo traurige Folgen haben? . . ſollte es uns ſo trennen, uns, die wir unſern Sohn lieben? Glaube mir, mein Freund, wir täuſchen uns! Was wir empfunden haben, denn ich habe ihn auch einen Augenblick empfunden, iſt Neid . . der gehäſſigſte, der abſcheulichſte Neid! . Er hat, um uns irre zu leiten, die Maske eines edlen väterlichen Stolzes angenommen; doch er ver⸗ räth ſich durch ſeine Werke . . . Ich erkenne ihn an


