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„Ich glaube mich in keiner Hinſicht gegen die Pflichten der Dankbarkeit und der Freundſchaft zu
verfehlen, wenn ich einige Uebertreibungen in der
Anſchauungsart unſeres Nachbars bezeichne; er iſt, ſo viel ich weiß, nicht unfehlbar und geſchützt vor den Schwächen des menſchlichen Geiſtes,“ antwortete trocken Herr Dumerail; „ich glaube endlich die ſehr wenig beunruhigende Meinung, die uns Herr Del⸗ mare gern in Betreff unſeres Sohnes aufzwingen möchte, bekämpfen zu können und zu müſſen.“
„Ich, was mich betrifft, mein Freund, danke jeden Tag Gott, daß er, wie man zu ſagen pflegt, mich von der Verſuchung der Böſen befreit hat, da ſeine beſcheidenen Neigungen und ſeine nahe Verbin⸗ dung mit ſeiner Couſine ihn für immer bei uns fixiren werden.“
„Dafür können wir durchaus nicht ſtehen, meine liebe Freundin, nein! Ich bin, im Gegentheile, beinahe ſicher, daß ſich eine radikale Veränderung in den Tendenzen unſeres Sohnes bewerkſtelligt hat oder bewerkſtelligen wird. Seine Zukunft kann ſehr modificirt werden. Unter uns geſagt aber, ich wäre weit entfernt, dieſe Veränderung zu beklagen. Ich will Dir meinen ganzen Gedanken in dieſer Hinſicht anvertrauen.“
„Ach! möchten meine Ahnungen mich täuſchen,“ dachte Madame Dumerail mit einer Todesangſt. „Großer Gott! könnte der väterliche Stolz einen ſo hellſehenden, ſo feſten, ſo weiſen Geiſt, wie der mei⸗ nes Mannes iſt, trüben, irre leiten!“


