Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

56

Fauſt voll von ſeinen Haaren in der kräftigen Hand ſeines Vetters geblieben war, als dieſer ihn über dem Abgrunde gehalten hatte. Der Schädel von Albert bot alſo auf der linken Seite eine zimlich große, völ⸗ lig entblößte Stelle, und ſeine, kaum zuvor noch ſo glänzenden, ſo pünktlich gekämmten, nun aber durch den getrockneten Schweiß ſtarr gewordenen übrigen Haare ſtanden ſich ſträubend empor, indeß ſein reizen⸗ des, in dieſem Moment entſtelltes, leichenbleiches, Ge⸗ ſicht einen kläglichen, durch das Zuſammenziehen ſei⸗ ner beſtändig geſchloſſenen Augenlider beinahe gro⸗ tesken Ausdruck hatte; ſeine verdrehte Halsbinde end⸗ lich, ſeine ganz in Unordnung gebrachten Kleider, ſeine Poſition rittlings auf dem Rücken von Maurice,

deſſen Hals er mit ſeinen Armen umſchlang, während

ſeine dünnen Beine dahin und dorthin bammelten, aus ſeinem Beinkleide hervortretend, das, bis an die Kniee zurückgezogen, eine Unterhoſe mit aufgelöſten Bändern ſehen ließ.

Mit einem Worte, die Perſon des jungen Diplo⸗ maten bot ein ſo völlig lächerliches Ganzes, daß es den Anfall ſpöttiſcher Heiterkeit von Jeane und ihrem Vater rechtfertigte, eine geräuſchvolle Heiterkeit, bei deren Ausbruch San Privato plötzlich die Augen

öffnete.

nichts mehr zu befürchten,“ ſagte Maurice mit herzli— chem Tone.

Dann that er ſeine Arme aus einander, richtete

—z— ————

„Nun ſind wir auf den Wieſen, und Du haſt

ſeine hobe Geſtalt auf, und ließ Albert auf den Ra⸗ ſen gleiten; die erſtarrten Beine von dieſem ſchwank⸗

ten Anfangs noch ein wenig, bald aber erlangte er